Justizvollzugsanstalt Köln:  Das Correctionshaus

 

Das Correctionshaus

Correktionshaus Correctionshaus in der Schildergasse
Quelle: Verlag E.A. Seemann GmbH Köln 1950

Das Correktionshaus
Über das Haus berichtet der Chronist, dass es Anfang des 18. Jahrhunderts aus einer Umwandlung des alten Clarissen-Klosters in ein Gefängnis entstanden war. Es diente der Inhaftierung von Untersuchungshäftlingen, von Strafgefangenen, Schutzhaftgefangenen, Transportgefangenen und von Zuchthäuslern, sowie auch der Erziehung von Fürsorgezöglingen. Von 1838 ab war das Gebäude ein Frauengefängnis.

Die "Bleche Botz"
Die Umbauten machten damals der Maurermeister Johann Botz und der Blechschläger Alexander Hittorf. Daraus entstand die Bezeichnung "Bleche Botz", ein sehr treffendes Wort, denn "Botz" bedeutet "Hose" und wer eine blecherne Hose an hat, der ist jeder Bewegungsfreiheit beraubt.

Nicht jeder Gefangene hatte sein eigenes Bett
Die Durchschnittsbelegung des Arrest- und Correktionshauses betrug 300. Das Gebäude hatte im ganzen 86 verschließbare Räume, mehrere Höfe, einen ca. ¾ Morgen großen Garten und war mit einer 20 Fuß hohen Mauer umgeben. Die örtlichen Verhältnisse gestatteten es nicht, dass jeder Gefangene sein eigenes Bett hatte. In Gemeinschaftsräumen, bis zu 36 Personen fassend, schliefen sie zu zweit auf einer Pritsche. Eiserne Bettstellen waren nur für die Kranken vorhanden. Zum Lager diente ein Strohsack, der pro Person mit 3 Pfund Stroh dreimal im Jahr gefüllt und weitere dreimal mit 8 Pfund nachgefüllt wurde. Im Sommer erhielt jeder eine Wolldecke, im Winter zwei." - So genau war alles geregelt.

Haftplatzmangel war damals schon ein Thema
Die Hausordnung erfuhr 1828 die bemerkenswerte Änderung, dass Zuchthausgefangene von da an in das preußische Zentralzuchthaus Werden zu überführen waren. Diese Verlegung der Zuchthausgefangenen, die durch einen Mangel an Haftplätzen in dem Haus bedingt war, fällt bereits in den Zeitabschnitt, da man mit der Neuplanung für eine Strafanstalt mit 800 Haftplätzen beschäftigt war.
Später wurde es abgebrochen, um Baugelände für das Polizeipräsidium zu gewinnen.

Dies war wohl die erste Wende in Köln, in der man erkannte, dass ein altes Gefängnis nicht mehr ausreichte und ein neues gebaut werden musste.


 

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